Meine Vision
Aufgewachsen in einer musikalischen Familie bin ich seit meiner frühen Kindheit von Musik umgeben. Meinen Vater, einen Dirigenten, der große Ensembles auf der ganzen Welt geleitet hat, habe ich immer bewundert. Weil ich die besondere Art und Weise, wie er Musik gestaltet, aus der Mitte des Orchesters erleben wollte, begann ich, Bratsche zu spielen, und hatte das Glück, zahlreiche Konzerte in vielen verschiedenen Ländern mitgestalten zu dürfen. Von den Menschen, denen ich dabei begegnet bin, habe ich viel gelernt.
Heute bin ich dankbar, dass ich das, was mich musikalisch geprägt hat, weitergeben darf. Mit dem vielen Wissen, das ich mir im Lauf der Jahre angeeignet habe, ist es mir ein besonderes Anliegen, Menschen, die gern singen möchten, zusammenbringen. Denn beim gemeinsamen Singen erfährt man soviel über sich selbst und die anderen wie sonst kaum. Ob in kleiner Gruppe oder in einem größeren Chor – mir macht jede Probe immer von neuem Spaß.
Zum ersten Mal gespürt habe ich dies, als ich 2015 für eine Hilfsorganisation begonnen habe, mit einer Gruppe geflüchteter Menschen in Berlin-Schöneberg regelmäßig zu singen. Zu Beginn war ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich wirklich dirigieren konnte. Es war ein Vertreter der Organisation, der mir Mut gemacht hat: Er glaube ganz sicher, dass ich es könne. …und tatsächlich: ich konnte es. So begann ich im Jahr 2016, einen Chor in Neukölln aufzubauen, den es bis heute gibt. Hier sind alle willkommen, die Freude am gemeinsamen Singen haben. Wir lernen Lieder aus der ganzen Welt kennen, wachsen an den verschiedenen Stücken und treten natürlich auch bei Konzerten auf.
Bei diesen Auftritten wird häufig auch das Publikum aktiv. Mehrfach
schon haben wir Feste der Bürgerstiftung Neukölln in Sing- und
Tanz-Events verwandelt. Chor macht einfach Spaß! Ähnliche Erfahrungen
mache ich mittlerweile bei verschiedenen Gelegenheiten gesammelt. 2023
habe ich beispielsweise den Chor des Humboldtforums ein paar Monate lang
geleitet und auf einen Auftritt vorbereitet. Und in Ouagadougou
(Burkina Faso) konnte ich mit jungen Menschen, die Deutsch studieren,
aber keine Musiker sind, sowie mit Kindern der dortigen Musikschule
innerhalb weniger Tagen ein Konzert erarbeiten, das für alle, die dabei
waren, bis heute ein unvergessliches Erlebnis ist.
Meine Vision
ist es, Menschen unabhängig davon, woher sie kommen, wie sie leben und
welche Vorkenntnisse sie besitzen, vom Singen zu begeistern. Das Format
orientiert sich dabei ganz an den Möglichkeiten und Wünschen der
jeweiligen Gruppe. Wie regelmäßig wir uns treffen, welche Stücke wir
erarbeiten und ob wir einen Auftritt vorbereiten – all das entscheiden
wir gemeinsam. Singen schafft Beziehungen und erweitert den Fokus
unserer Aufmerksamkeit. Ich freue mich darauf, Menschen durch
gemeinsamen Gesang zu erreichen, sie aufzuwecken und zusammenwachsen zu
lassen und ihnen intensive Glücksmomente zu schenken.
N+ Chor
Im Jahr 2016 hat Sara Rilling begonnen, sich in Berlin auch der Chormusik zu widmen. Die Chortreffen sind dafür gedacht, das Singen allen Menschen zugänglich zu machen. Das Repertoire umfasst Kanons von Pachelbel über Mozart und Schubert bis hin zu jazzigen Stücken und Liedern aus der ganzen Welt. Auch Bewegungselemente können bei diesen Chortreffen eine wichtige Rolle spielen.
Sara Rilling begann mit einem Chor in Schöneberg mit geflüchteten und deutschen Sängern bei der Organisation „Über den Tellerrand“.
Jetzt gibt es den Chor der Bürgerstiftung Neukölln. Die Treffen finden alle 2 Wochen Dienstag abends nach Absprache in der Bethlehemsgemeinde in der Richardstrasse 97 in Berlin-Neukölln statt und jeder ist herzlich willkommen.